Glücksspirale lässt Kleinod wieder glänzen

[KRZ 25.07.2009]

Sanierung des Dätzinger Schlosses hat begonnen - Gesamtkosten 2,2 Millionen Euro - 70000 Euro von Deutscher Stiftung Denkmalschutz

Die umfangreiche Sanierung des Dätzinger Schlosses hat begonnen. Während die Zimmerleute das marode Dach erneuern, fand gestern im Maltesersaal ein Finanzgeschäft statt. Das Ortskuratorium Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sicherte eine Förderung in Höhe von 70000 Euro zu.

Von Matthias Weigert

DÄTZINGEN. "Bei 2,2 Millionen Sanierungskosten ist dies ein wichtiger Beitrag", betonte Bürgermeister Martin Thüringer gestern anlässlich der Übergabe des Fördervertrags durch die Mitglieder des Ortskuratoriums Stuttgart.

Das Schloss Dätzingen ist damit eines von über 130 Projekten, die die private Denkmalschutz Stiftung in Bonn bisher allein in Baden-Württemberg dank privater Spenden und aus Mitteln der Glücksspirale fördern konnte. Aus den Erträgen der Glückspirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

Für die Gemeinde ist das Schloss Dätzingen ein kultureller Mittelpunkt, der vielfältig genutzt wird. Vereine veranstalten Feste und Konzerte, der Gemeinderat hält Sitzungen ab. "Kunst und Kultur sind bei uns zuhause. Das Schloss ist ein historisches Kleinod, es atmet Dätzinger Geschichte", begründete Thüringer das Engagement der Gemeinde, während die Zimmerleute morsches Gebälk austauschen.

Sie sanieren derzeit den Dachstuhl, für den die Mittel aus dem Fördertopf der Stiftung auch vorgesehen sind. Anschließend wird das Dach eingedeckt. Auch der Flaschner ist beauftragt. Später geht es ans Mauerwerk. Denn Risse und Feuchteschäden machen eine grundlegende Sanierung notwendig. Davon konnten sich auch Dr. Friedhelm Repnik und von Toto-Lotto Baden-Württemberg und die Ortskuratoriumsmitglieder vor Ort überzeugen.

Während dessen feiert die Galerie Schlichtenmaier 40-jähriges Bestehen. Und wenn es nach der Gemeinde geht, dann ist die Sanierung im Jahr 2011 abgeschlossen. Die Jahreszahl ist laut Thüringer geschichtsträchtig: "Dann sind es nämlich 60 Jahre, in denen das Schloss in bürgerlicher Hand ist". Der Schlossherr ist stolz darauf: "Das Schloss Dätzingen ist eines der wenigen Schlösser, das eine Gemeinde saniert". Deshalb sei eine weitere Unterstützung des Landes erwünscht. Während bereits Mittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus dem Landessanierungsprogramms bewilligt sind, hofft Thüringer noch auf Mittel aus dem Ausgleichsstock.