
Die umfangreiche Sanierung des Dätzinger
Schlosses hat begonnen. Während die Zimmerleute das marode Dach erneuern, fand
gestern im Maltesersaal ein Finanzgeschäft statt. Das Ortskuratorium
Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sicherte eine Förderung in Höhe
von 70000 Euro zu.
Von Matthias Weigert
DÄTZINGEN. "Bei 2,2 Millionen Sanierungskosten ist dies ein wichtiger
Beitrag", betonte Bürgermeister Martin Thüringer gestern anlässlich der
Übergabe des Fördervertrags durch die Mitglieder des Ortskuratoriums
Stuttgart.
Das Schloss Dätzingen ist damit eines von über 130
Projekten, die die private Denkmalschutz Stiftung in Bonn bisher allein in
Baden-Württemberg dank privater Spenden und aus Mitteln der Glücksspirale
fördern konnte. Aus den Erträgen der Glückspirale, der Rentenlotterie von
Lotto, werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport
und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.
Für die Gemeinde ist das Schloss Dätzingen ein
kultureller Mittelpunkt, der vielfältig genutzt wird. Vereine veranstalten
Feste und Konzerte, der Gemeinderat hält Sitzungen ab. "Kunst und Kultur
sind bei uns zuhause. Das Schloss ist ein historisches Kleinod, es atmet Dätzinger Geschichte", begründete Thüringer das
Engagement der Gemeinde, während die Zimmerleute morsches Gebälk austauschen.
Sie sanieren derzeit den Dachstuhl, für den die Mittel aus dem Fördertopf
der Stiftung auch vorgesehen sind. Anschließend wird das Dach eingedeckt. Auch
der Flaschner ist beauftragt. Später geht es ans Mauerwerk. Denn Risse und Feuchteschäden machen eine grundlegende Sanierung
notwendig. Davon konnten sich auch Dr. Friedhelm Repnik und von Toto-Lotto
Baden-Württemberg und die Ortskuratoriumsmitglieder
vor Ort überzeugen.
Während dessen feiert die Galerie Schlichtenmaier
40-jähriges Bestehen. Und wenn es nach der Gemeinde geht, dann ist die
Sanierung im Jahr 2011 abgeschlossen. Die Jahreszahl ist laut Thüringer
geschichtsträchtig: "Dann sind es nämlich 60 Jahre, in denen das Schloss
in bürgerlicher Hand ist". Der Schlossherr ist stolz darauf: "Das
Schloss Dätzingen ist eines der wenigen Schlösser,
das eine Gemeinde saniert". Deshalb sei eine weitere Unterstützung des
Landes erwünscht. Während bereits Mittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus dem
Landessanierungsprogramms bewilligt sind, hofft Thüringer noch auf Mittel aus
dem Ausgleichsstock.